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Friedrich Gottlob Keller Museum in Krippen

Friedrich Gottlob Keller Museum in Krippen

Das kleine Museum erinnert an einen Erfinder, der im 19. Jahrhundert die Papierherstellung revolutionierte.
Friedrich Gottlob Keller wurde 1816 in Hainichen geboren und verstarb 1895 in Krippen. Der erlernte Beruf eines Webers füllte ihn nicht aus. Keller war an den technischen Problemen seiner Zeit außergewöhnlich interessiert. So versuchte er sich auf verschiedenen Gebieten, und ihn drängte es Vorhandenes zu verbessern.

Der Papierbedarf war in der Mitte des 19. Jahrhunderts sprunghaft angestiegen. Lumpen und Hadern als Papierrohstoff konnten den Bedarf nicht mehr decken. Dieser Mangel wurde zu einem wirtschaftlichen Problem. Aufmerksam verfolgte der junge Keller diesen Notstand. Für Keller waren die Wespen kleine Papierfabrikanten. Allerdings eignete sich das Wespenpapier nicht zum Beschreiben, weil es andere Aufgaben hatte.

Keller beobachtete den Nestbau genau und versuchte diesen Naturvorgang technisch umzusetzen. Erst die Erinnerung aus seiner Kindheit an das Anfertigen von Kirschkernketten brachte den entscheidenden Durchbruch bei seinen Experimenten. Er entwickelte 1843 diesen Impuls zu einer bedeutsamen Erfindung weiter, den Holzschliff. Das damit mechanisch freigelegte Fasermaterial war der gesuchte Ausgangsstoff für preiswerte und gefragte Massenpapiere und Pappen.

Das bedeutete eine Wende in der bisherigen Papierherstellung und war gleichzeitig eine wichtige Voraussetzung für eine industrielle Papierproduktion. Keller konnte leider die Erfindung selber nicht gewinnbringend verwerten.

Er übersiedelte 1853 nach Krippen und erfüllte sich nach anfänglichen Startschwierigkeiten den lang ersehnten Wunsch, als selbständiger Mechaniker zu arbeiten. Keller wohnte, lebte und arbeitete 42 Jahre in bescheidenen Verhältnissen in Krippen, geachtet in der Dorfgemeinschaft.

In einem ehemaligen Werkstattraum seines Hauses erinnert das kleine Museum mit Sachzeugnissen aus der Papiergeschichte und der Mechanikerzeit an den verdienstvollen Erfinder.

(Textquelle: Herr Englick)

 

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