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Nationalpark Sächsische Schweiz

Nationalpark Sächsische Schweiz

„Bizarre Felsen – Wilde Schlüchte“, das ist das Motto des Nationalparks Sächsische Schweiz.

Der 1990 gegründete Fels-Wald Nationalpark an der Grenze zum Nationalpark Böhmische Schweiz in der Tschechischen Republik bildet ein über 170 km² großes zusammenhängendes Schutzgebiet.

Kennenlernen und erleben kann man diese Landschaft bei einer Wandertour auf einer Vielzahl von ausgeschilderten Wegen. 400 km ausgeschilderte Wanderwege im Nationalpark Sächsische Schweiz laden ein, die Natur zu erleben. Und wer sich dabei an ein paar einfache Regeln hält, trägt zur Bewahrung einer weltweit einzigartigen Naturlandschaft bei. Zu bewahren gilt es Arten, die andernorts längst verschwunden sind, und deshalb unsere Rücksichtnahme erfordern. Lebensräume für Pflanzen und Tiere sind empfindliche Ökosysteme, viele Arten reagieren empfindlich auf Störungen.

Welche Wege Sie im Einzelnen benutzen dürfen, ist auf den Besucherinformationstafeln an allen Eingängen des Nationalparks zu erkennen. Neben herkömmlichen Wanderwegen zeichnen sich die Wanderwege in der Region durch Pfade und Stiegen aus. Diese sollten von Personen mit Trittsicherheit und einer guten Grundkondition begangen werden. Die Mühen werden mit besonderen Aussichten auf die imposante Landschaft belohnt.

Verschiedene Zonen – verschiedene Regeln

Die Nationalparkregion besteht aus Nationalpark und dem umgebenden Landschaftsschutzgebiet. Der Nationalpark enthält besonders geschützte Zonen, die sogenannten „Kernzonen“. Wandern darf man fast überall. Doch je nachdem, wo man sich aufhält, gelten besondere Regeln.

In der Kernzone nur markierte Wege nutzen

Über 1100 Kilometer markierte Pfade, Steige und Wege laden in der Nationalparkregion zum Wandern ein. 400 Kilometer davon im Nationalpark. Hier darf das Gebiet auf Wegen betreten werden. In der Kernzone gelten strengere Vorschriften: Hier dürfen nur gekennzeichnete Wege benutzt werden. Am besten informieren sich Wanderer vor ihrer Tour an den übersichtlichen Informationstafeln an den Zuwegen und Parkplätzen unmittelbar am Nationalpark. Weiterführende Literatur speziell zu Wanderwegen, persönliche Tourentipps  sowie Wanderkarten erhalten interessierte Besucher im NationalparkZentrum www.lanu.de/de/nationalparkzentrum.

Wegemarkierungen

Farbige Wegemarken für schnelle Orientierung

Die Wege sind für Wanderer und Spaziergänger durch Wegweiser und farbige Wegemarken (Punkt oder waagerechter Strich auf weißem Grund) in der ganzen Region einheitlich markiert. Blau steht für überregionale, rot für regionale und grün sowie gelb für örtliche Wanderwege. Daneben sind auch Lehrpfade mit speziellen Informationstafeln (grüner Diagonalstrich auf weißem Grund), der Europäische Fernwanderweg E3 (blaue Schrift „E3“ auf weißem Grund), anspruchsvolle Bergpfade (grünes Dreieck auf weißem Grund), Zugangspfade zu Kletterfelsen (schwarzer Pfeil in schwarzem Kreis) sowie der berühmte Malerweg Elbsandsteingebirge (handschriftliches „M“) extra gekennzeichnet. Ein schwarzes „X“ in schwarzem Kreis auf weißem Grund markiert einen gesperrten Weg. Hier soll die Natur gänzlich ungestört bleiben.

Tierwelt

Die Felsenwelt bildet den Lebensraum für eine Vielzahl an Tierarten. Exemplarisch für die interessanten Details zu geschichtlicher Verbreitung und Lebensgewohnheiten sei hier nur der Luchs vorgestellt.

Der Luchs war noch bis ins 17. Jahrhundert in Sachsen und Böhmen eine, wenn auch mit geringerer Dichte, weit verbreitete Art. So wurden noch zwischen 1656-1680 in Sachsen 191 Luchse erlegt.

Der letzte Nachweis auf sächsischer Seite ist der 1743 im Ziegengrund, nah der tschechischen Grenze, erlegte Luchs. Der Erleger setzte sich sogar mit dem Luchsstein ein wahrhaft denkwürdiges  Mahnmal, das heute noch zum Nachdenken anregt. In den folgenden Jahren ist bis heute nur gelegentlich ein Nachweis anhand von Trittsiegeln, selten durch Luchsbeobachtungen und Rehrissen der Nachweis möglich gewesen.

Der Luchs hat als ausgesprochener Einzelgänger ein sehr weiträumiges Revier. Aufgrund dieser Tatsache und den zum Teil großen Zeiträumen, welche zwischen dem Auftauchen der einzelnen Tiere vergehen, muss mit einem sehr großflächigen Siedlungsareal des Luchses im Elbsandsteingebirge gerechnet werden. In den letzten Jahren deuten vor allem im linkselbischen Raum verschiedene Anzeichen auf eine häufigere Anwesenheit des Luchses hin. Stark gegliederte Wald-Feldkanten, verbunden mit ruhigen Tälern und abwechslungsreichen Waldstrukturen, bedingen hier hohe Rehdichten, welche dem Luchs ausreichend Beute sichern. Im gesamten Zeitraum wurden im Elbsandsteingebirge hauptsächlich Rehe, seltener junge Rothirsche oder Gemsen vom Luchs gefressen. Nachweise von Jungtieren bei Luchs gelangen im Gebiet nur äußerst selten.

Wer mehr über Vorkommen und Lebensraum des Luchses erfahren möchte, ist eingeladen, den Luchsweg in Bad Schandau zu besuchen. Dieser thematische und teils interaktive Lehrpfad verbindet das NationalparkZentrum mit dem Luchsgehege in Bad Schandau und ist besonders für Familien geeignet. Über 160 auf den Pflastersteinen markierte Trittsiegel weisen den Weg zum Gehege.

Wer mehr über die Tierwelt der Nationalparkregion erfahren möchte, erfährt mehr auf der Seite www.nationalpark-saechsische-schweiz.de. Auch im NationalparkZentrum erhält der Besucher zahlreiche Informationen über die tierischen Bewohner des Nationalparks. Ein Gehege mit Gartenschläfern und ein Ameisenzoo lassen eine unmittelbare Beobachtung dieser Tiere, bzw. Insekten zu. In Filmen und Computeranimationen werden weitere heimische Tierarten vorgestellt.

Pflanzenwelt

Farne

Die Sächsisch-Böhmische Schweiz ist durch ihren außerordentlichen Reichtum an Farnen bekannt. Durch ihn erhält die Flora des felsigen Schluchtwaldes ihr eigentümliches Aussehen. 32 der 38 sächsischen Farnarten konnten im Gebiet nachgewiesen werden. Leider sind in den letzten Jahrzehnten bereits neun Arten ausgestorben. Darunter die einst „berühmteste“ Pflanze der Sächsischen Schweiz (wuchs u.a. im Uttewalder Grund) – der sonst an den Küsten des Atlantiks wachsende Hautfarn (Hymenophyllum tunbridgense). Ebenso verschollen sind unter anderem Brauns Schildfarn (Polystichum braunii ), der Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium) und der Rostrote Wimpernfarn (Woodsia ilvensis).

Als floristische Kostbarkeiten kommen heute noch der Grünstielige Streifenfarn (Asplenium viride), die Natternzunge (Ophioglossum vulgatum) und der Dornige Schildfarn (Polystichum aculeatum) in der Sächsischen Schweiz vor.

Im NationalparkZentrum erfährt man Wissenswertes über die Entstehungsgeschichte des Elbsandsteingebirges, kann in einem kleinen Naturshop mit regionalen Produkten auch die aktuellsten Wanderkarten erwerben und im Nationalparkpartner Restaurant DELIKATESSEN bei einem schmackhaften Gericht aus regionalen Zutaten den Tag ausklingen lassen. Restaurant, Ausstellung und Tagungsräume sind auch für Familienfeiern und andere Anlässe ganzjährig buchbar.

Steckbrief Nationalparks Sächsische Schweiz

Größe des Nationalparks: 93,5 Quadratkilometer
Größe des Landschaftsschutzgebietes: 287,5 Quadratkilometer

(Textquelle: Nationalparkzentrum Sächsische Schweiz, www.lanu.de)

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