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Barockgarten Großsedlitz/ Jardin baroque de Großsedlitz

Barockgarten Großsedlitz/ Jardin baroque de Großsedlitz

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Südöstlich von Dresden in der Stadt Heidenau liegt auf einer Anhöhe der Barockgarten Großsedlitz mit dem Friedrichsschlösschen. Er ist etwa 18 Hektar groß und gilt als überragendes Beispiel für französische Gartenkunst in Sachsen und gehört zu den authentischsten Barockanlagen Deutschlands. Die Architektur des terrassenförmigen Gartenraumes wird durch die Vielzahl an Pomeranzen unterstrichen.

Der Barockgarten wurde von 1719 bis 1723 im Heidenauer Stadtteil Großsedlitz vom Reichsgrafen August Christoph von Wackerbarth als Landsitz mit Orangerie erbaut. 1723 kam das Anwesen in den Besitz von Kurfürst August dem Starken, der es bis 1727 gartenbaulich und architektonisch vergrößern und umgestalten ließ. Großsedlitz sollte zum Ordensschloß für die Stiftungsfeste des polnischen Weißen-Adler-Ordens werden, was am 3. August 1727 das erste und einzige Mal stattfand. Nach dem Ableben Augusts 1733 führte sein Sohn Kurfürst Friedrich August II. die Tradition weiter und von 1740 – 1756 fanden diese Festlichkeiten zwölfmal statt.

Nach 1750 verfiel die Anlage und wurde während des Siebenjährigen Krieges und den Koalitionskriegen verwüstet und schwer beschädigt. Über einen langen Zeitraum von 1846 – 1878 erstreckten sich frühe Sicherungsarbeiten. Den verbliebenen hinfälligen Baukörper des Schlosses riss man 1871 ab und errichtet in den folgenden Jahren ein zweigeschossiges Neues Schloss an die Stelle des ursprünglichen Ostflügels, später Friedrichsschloß genannt. Die heute noch erhaltenen und im Barockstil erbauten Gebäude sind das Friedrichsschlösschen und die Obere sowie die Untere Orangerie.

Im Friedrichsschlösschen ist heute eine historische Gaststätte untergebracht. Die Obere Orangerie ist ein Standesamt und ein Geschäft, die Untere Orangerie dient als Winterquartier für die Kübelpflanzen des Gartens. In der Oberen und Unteren Orangerie finden heute Konzerte und Ausstellungen statt.
Das Parkreal umfasst heute etwa 18 Hektar und ist eine der authentischsten Barockgärten Deutschlands. Es ist durch eine Hanglage mit Terrassierung, Freitreppen und Kaskaden charakterisiert und durch Sichtachsen für Landschaftsausblicke vollendet. Das geometrische Wegenetz orientiert sich an den drei Hauptsachen der Anlage. Die Gartenanlage schmücken heute noch 64 Sandsteinskulpturen aus der römischen und griechischen Mythologie, darunter 24 Originale.

Als „Orangerie“ bezeichnet man Sammlungen von südländischen Pflanzen, dazu gehörten in Großsedlitz neben Orangen auch Myrten, Granatäpfel, Lorbeeren und Feigen. 1736 hatte der Barockgarten 1.250 Orangenbäume mit besonders wertvollen Pomeranzen (Bitterorangen). Sie wurden vernachlässigt und vermutlich durch Heizungsausfälle im strengen Winter von 1928/29 restlos vernichtet. Aus der Toskana wurden 1997 erstmals wieder 150 Orangenbäumchen angeschafft und der heutige Bestand ist auf 400 Kübelpflanzen darunter 140 Pomeranzen angewachsen.
1992 gelangte der Barockgarten in den Besitz des erst wieder entstandenen Freistaates Sachsen und es begann eine umfassende Restaurierung und Rekonstruktion von Garten und Gebäuden.

Jedes Jahr gibt es im Garten von Ostern bis Oktober eine Vielzahl von Veranstaltungen. Als Höhepunkt findet am ersten Wochenende im August das Gartenfest statt, das an das erste Fest des Polnischen Weißen Adlerordens erinnern soll, das unter August des Starken erstmals in Großsedlitz begangen wurde.

(Bildquelle, Bild oben: bildpixel/pixelio.de, Textquelle: Wikipedia)

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