Die Kirnitzschtalbahn

Um den Fremdenverkehr zu fördern, gibt es 1870 erste Pläne für eine touristische Ausflugsbahn im Kirnitzschtal. Ursprünglich war für die Strecke eine Pferdebahn vorgesehen.

1893 wird das “Executiv-Comité zum Bau und Betrieb einer Straßenbahn mit Motorantrieb von Schandau über den Lichtenhainer Wasserfall zur Kirnitzschschänke” gegründet. Der Bau wird im Dezember genehmigt.

Erst fünf Jahre später, 1898, konnte man sich endgültig auf die Antriebsart einigen: Elektroenergie. Am 27. Mai, einem Pfingstsamstag, 11:30 Uhr findet die Abnahmefahrt statt – die Bahn kann offiziell ihren Dienst mit 6 Trieb- und 6 Sommerbeiwagen aufnehmen.

Seitdem befördert die Kirnitzschtalbahn Wanderer, Touristen und Kurgäste zu ihren Zielen im wohl schönsten Tal der Hinteren Sächsischen Schweiz. Auf 7,8 Kilometern begleitet die meterspurige Bahn das Flüsschen Kirnitzsch auf seinem Lauf durch die bizarre Felsenwelt des Elbsandsteingebirges von Bad Schandau zum Lichtenhainer Wasserfall. Von allen Stationen führen Wanderwege zu herrlichen Aussichten, wie den Winterbergen, den Schrammsteinen, den Affensteinen, dem Kuhstall … Aber auch die Hinterhermsdorfer Schleusen sind als Wanderziel beliebt. Viele Gaststätten entlang der Strecke laden Wanderer zur Stärkung und zum Verweilen ein.

Heute gehört die Kirnitzschtalbahn zum Fuhrpark der RVSOE GmbH. Diese ist damit mit “einer Linie” einer der kleinsten Straßenbahnbetriebe Deutschlands und der Einzige, der in einen Nationalpark einfährt.

Historie zum Mitfahren

Mit den Museumswagen der Kirnitzschtalbahn HTw 5 und HBw 12 (Baujahr 1928) original Kirnitzschtalbahn, HTw 8 (Baujahr 1938) ex Lockwitztalbahn ex Erfurter Straßenbahn, HTw 9 (Baujahr 1926) ex Lockwitztalbahn erleben Sie ein Stück Straßenbahngeschichte und -romantik. Gemeinsam mit dem Verein „Freunde des Eisenbahnwesens“ e. V. organisiert die RVSOE GmbH den Traditionsbetrieb auf der Kirnitzschtalbahn. Mit großem persönlichen Engagement pflegen die Vereinsfreunde die historischen Fahrzeuge und sichern personell die Sonderfahrten am 01. Mai, zu Pfingsten und am 03. Oktober ab.
Die Verkehrsdurchführung dieser Wagen geschieht in etwa so wie vor 70 Jahren, mit einem Schaffner, der sich mit Schaffnertasche und „Galoppwechsler“ durch die besetzten Wagen drängeln muss. Unsere Fahrgäste können von Ihrem Sitzplatz in der Holz- bzw. Polsterklasse der aufwendig restaurierten Fahrzeuge bei angemessenem Tempo die Naturschönheiten des Kirnitzschtales an sich vorbeiziehen lassen.

Die Kirnitzschtalbahn ist auch für Rollstuhlfahrer gerüstet

Seit dem 1. Mai 2017 haben Rollstuhlfahrer die Möglichkeit, sich mit der Kirnitzschtalbahn durch das wildromantische Tal im Nationalpark Sächsische Schweiz chauffieren zu lassen. Die Bahnsteige der Endhaltestellen „Bad Schandau Kurpark“ und „Lichtenhainer Wasserfall“ wurden durch die OVPS behindertengerecht erhöht und für die Überwindung des verbleibenden Abstandes zu den Fahrzeugen stehen zwei mobile Rampen zur Verfügung, die durch das Fahrpersonal angebracht werden.
Aufgrund der baulichen Gegebenheiten auf der Strecke der Kirnitzschtalbahn ist das Ein- und Aussteigen für Rollstuhlfahrer ausschließlich an den beiden Endpunkten möglich. An den Zwischenhalten auf der Strecke ist dies nicht durchführbar.
Da die Anzahl der Rollstuhlplätze in den Wagen begrenzt ist, bittet die RVSOE GmbH ihre Fahrgäste im Rollstuhl, die die Kirnitzschtalbahn erleben möchten, um eine rechtzeitige Anmeldung ihres Fahrtwunsches bis 5 Werktage im Voraus – unter 03501 7111-300 oder einsatz.badschandau@rvsoe.de. Das Büro ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 07:00 bis 15:45 Uhr besetzt.

Der Fahrplan

Die gelben Wagen der Kirnitzschtalbahn bedienen das romantische Tal das ganze Jahr hindurch jeden Tag.

Von Ostern bis Ende Oktober/Anfang November schlängelt sich die Bahn im Halbstundentakt (Sommerfahrplan) entlang der Kirnitzsch. Der Winterfahrplan sieht von November bis Ostern einen täglichen 70 Minutentakt vor.

Link zum Fahrplan

Die RVSOE GmbH bittet ihre Fahrgäste die Maßgaben der aktuellen Corona-Schutzverordnung zu beachten: Tragen von FFP2-Masken an den Haltestellen sowie in den Fahrzeugen, Abstandsregelungen.

Aktuell gibt es keine Traditionsfahrten bei der Kirnitzschtalbahn. Um jedoch das zu erwartende Besucheraufkommen abzufedern und ausreichend Abstand in den Fahrzeugen zur Verfügung zu stellen, verstärken die Museumswagen den Linienverkehr am 01.05.2021.

(Bildquellen Fotos: ©RVSOE)

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